Willkommen in Schenkenländchen
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Wellen erzeugen anstatt Wogen glätten: Gelernt beim Nationalpreisträger

Malzirkel
Silvia Reiner, Barbara Löwe
Silvia Reiner:03 37 66/4 22 49
Barbara Löwe:03 37 66/4 11 46

Für fünf Euro bunte Kunst

Stand: November 2020

Sogar im beschaulichen Schenkenländchen geht es manchmal heiß her. Dann ist sehr wichtig, „die Wogen zu glätten“. Eine Schwerinerin möchte genau das Gegenteil, nämlich die Wellen hochschlagen lassen!

Das hat die gebürtige Prenzlauerin, die seit mehr als 40 Jahren im Schenkenländchen lebt, bei einem Prominenten gelernt: Silvia Reiner konnte als Kunststudentin einen wichtigen Preis für Malerei der Universität an ihrem damaligen Wohnort Greifswald gewinnen. „Dadurch bekam ich die Gelegenheit, bei Otto Niemeyer-Holstein ‚Privatunterricht‘ zu bekommen“, schildert sie.

Verfemt und gefeiert
Der Mitbegründer der „Usedomer Malschule“ wurde von den Nazis als Spätimpressionist verfemt und in der DDR geschätzt. Er war Mitglied der „Akademie der Künste“ und Nationalpreisträger.
Dennoch ließ der Maler und Grafiker, der so gerne die Wellen der bewegten Ostsee in seinen Bildern zum Motiv gemacht hat, die Wogen hochschlagen, als er sich politisch einmischte. Dazu gehörte der Protest gegen den Einmarsch der „Warschauer Pakt“-Staaten in der CSSR zur Niederschlagung des „Prager Frühlings“.

Mit fünf Euro ist jeder dabei
Diese Freude an der Darstellung von Wellen und Natur übertrug sich auf seine damalige Schülerin. Silvia Reiner malt selbst gerne Bilder, war hauptberuflich aber bis zu ihrer kürzlichen Pensionierung als Deutsch- und Kunstlehrerin am Paul-Gerhardt-Gymnasium in Lübben tätig. Sie hätte also mit Ehemann Hans-Joachim Reiner getrost den Ruhestand genießen können. Er hatte ebenfalls in Greifswald studiert und war 2017 nach 32 Jahren an der Spitze der Grund- und Oberschule in Groß Köris in Rente gegangen. Doch umtriebig wie sie ist, leitet sie nun den neuen Malzirkel. Dieser war von Barbara Löwe als Organisatorin der „Losen Künstler­vereinigung im Schenkenländchen“ ins Leben gerufen worden. Diese ist als Hobby­malerin und durch ihr vielfältiges soziales Engagement bekannt. Mit Silvia Reiner bekommen die Zirkel-Teilnehmer zurzeit für gerade mal fünf Euro je Sitzung die Möglichkeit, aus erster Hand malen und zeichnen zu lernen.

Männer gesucht!
„Zu Beginn gibt es eine kurze theoretische Einführung, dann geht es an die praktische Umsetzung. Wir treffen uns jeden zweiten Donnerstag um 17 Uhr. Momentan haben wir sechs Teilnehmer. Mitmachen kann jeder. Insbesondere über Männer würden wir uns freuen. Aktuell haben wir nur Frauen in unserem Zirkel“, geben Silvia Reiner und Barbara Löwe Einblick. Allerdings droht bei sehr großem Interesse am Kunstlernen die Gefahr, dass es Raumprobleme gibt: „Wir treffen uns im Gemeinschaftshaus in der Eichenstraße in Schwerin. Der Raum ist relativ klein. Deshalb sind wir auf der Suche nach Alternativen. Ich habe schon daran gedacht, bei mir zuhause im Atelier entsprechende Möglich­keiten zu schaffen“, lädt die reitbegeisterte Künstlerin ein. Damit hätten dann alle die Chance, mit attraktiven Pferdemotiven ähnlich hohe Wellen zu schlagen, wie Kursleiterin Silvia Reiner.

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